M 8^2 '•^yir T~^ * s ^ — ~^*(^— — — "^§8^ f Ueber die Entdeckung 1 des Neuholländischen Charakters der Eocenflora Europa's « und über die Anwendung des Naturselbstdruckes zur Förderung der Botanik und Paläontologie, als Entgegnung auf die Schrift des Herrn Prof. Dr. F. Unger : „Neuholland in Europa". Von Prof, Dr. Constantin K. v, Ettingshausen. Mit Abbildungen im Xaturselbstdruck. WIEN. Aus der kaiserlich-königlichen Hof- und Staatsdruckerei. 1862. Ueber die Entdeckung 1 des Neuholländischen Charakters der Eocenflora Europa's und über die Anwendung des Naturselbstdriickes zur Förderung der Botanik und Paläontologie, ls Entgegnung auf die Schrift des Herrn Prof. Dr. F. Unger o o Neüiiollaiid in Europa' Von Prof. Dr. Oonstantin R. v, Ettingshausen. LIBRARY NEW YORK -Mit Abbildungen im Naturselbstdrnck. BOTANICAL, Garden. WIEN. Aus der kaiserlieh - königlichen Hof- und Staatsdruckerei. 1862. BOTANICAL VORWORT. Jtrofessor Unger hat im Winter dieses Jahres einen öffentlichen Vortrag vor einer zahlreichen aus Damen und Herren bestehenden Versammlung unter dem Titel: „Neu -Holland in Europa" gehalten, welchem auch ich schon aus dem Grunde beizuwohnen nicht unterliess, weil mir aus den früheren Schriften des Herrn Professors bekannt war, dass derselbe keines- wegs der Eocenflora Euröpa's den neuholländischen Charakter zugeschrieben wissen wollte. Da ich es war, der zuerst der Eocenflora Euröpa's den genannten Charakter vindicirte, da ich es war, der diese Ansicht in einer Reihe von Abhandlungen mit so triftigen Gründen unterstützt hatte, dass dieselbe gegenwärtig als in die Wissenschaft eingeführt betrachtet werden muss, so war ich berechtigt zu erwarten, dass Prof. Lf-j Unger seine früheren Ansichten berichtigt habe, dass cd er neue Stützen für meine Entdeckuno- vorbringen, o jedenfalls aber von meinen Arbeiten hiebei als Grund läge ausgehen werde. Wie sehr war ich daher erstaunt, und ich kann wohl sagen im Interesse Unger's peinlich berührt, als von allen dem nichts vorkam, sondern Prof. Uno- er meine Ansieht als neu aufstellte und That- sachen zu ihrer Begründung anführte, die fast alle von mir gefunden wurden und die er früher theils ignorirt, theils in Abrede gestellt, oder im al Ige meinen als „dissolving views" bezeichnet hatte. Nicht nur vermied es hiebei Prof. Unger meinen Namen zu nen- nen, sondern er ging sogar so weit, die Prio- rität der Entdeckung des neu holländischen Charakters der Eocenflora Europas für sich in Anspruch zu nehmen. Wie zu so manchem andern hätte ich aber auch hierüber geschwiegen, da ich nicht darnach strebe in Vorträgen genannt zu werden und einem älteren For- scher gegenüber, mir einige Zurückhaltung auferlegen zu müssen glaubte. Da sich aber Prof. Unger nicht damit begnügte, vor einem Publicum, welches zum bei weitem grössten Theile aus Laien bestand, mit dem Thema „Neu-Holland in Europa'" zu glänzen, sondern, vielleicht eben durch mein Stillschweigen irre geleitet, diesen Vortrag auch noch dem Drucke übergab, so sehe ich mich genöthigt, ebenfalls den Weg der Öffentlich- keit zu betreten, um meine Priorität Prof. Unger gegen- über zu wahren. Zu diesem Ende gebe ich in vorliegender Schrift den Weg an, auf dem ich zur Entdeckung des neuhol- ländischen Charakters der Eocenflora gelangt bin ; citire jene meiner Veröffentlichungen, welche das Vorkommen neuholländischer Pflanzenformen unter den Fossilresten der älteren Tertiärformation zum Gegenstande haben und stelle zur Vergleichung die hierauf bezuglichen Publicationen des Herrn Prof. Unger hin. Aus dieser einfachen Zusammenstellung von Cita- ten geht aber nicht nur hervor, dass die Ähnlichkeit der Flora Neu- Hollands mit der Eocenflora Europa's zuerst von mir erkannt und in umfassenden Arbeiten nachgewiesen worden ist, sondern erhellet auch , dass Prof. Unger in jener Veröffentlichung, auf welche er seine Prioritätsansprüche nun stützt, über den Cha- rakter der Eocenflora eine Ansicht entwickelt hat, welche von der, die ich aufstellte, wesentlich abweicht. Während ich in allen meinen Arbeiten die Eocen- flora mit der Continental flora Neu-Hollands ver- gleiche und demgemäss auch das Klima des eocenen Europa als ein continentales, dem gegenwärtigen Neu- Hollands sehr ähnliches annehme, bezeichnet Unger in seiner Abhandlung „Fossile Flora von Sotzka" die Flora der Eocenperiode als eine Inselflora, welche den Charakter des jetzigen oceanischen Floren- Reiches an sich getragen habe, also auf ein Klima schliessen lasse, Avelches ganz und gar dem der Südsee -Inseln entspricht. 6 Die damalige Verschiedenheit unserer Ansichten erklärt sich nur dadurch, dass Prof. Unger die Arten ganz anders bestimmte, als ich. Denn die Deutung der Fossilreste allein liefert uns die Thatsachen, aus welchen wir den Charakter der fossilen Floren ableiten und überhaupt die allgemeinen Resultate der phytopalaonto- logischen Forschungen zu schöpfen im Stande sind. Die Bestimmungen der Fossilien, welche Unger in der genannten Abhandlung angibt, zeigen aber klar genug, dass er die Eocenflora von Sotzka nicht neuholländisch nennen konnte. Während ich schon in meinen ersten Mittheilungen über die eocenen Floren von Sotzka und von Häring Geschlechter aufzähle, die zu den am meisten charakteristischen der Flora Neu -Hollands gehören, stellt Prof. Unger, meine Angaben ignorirend , die bezeichnendsten Pflanzenformen der Sotzka -Flora zu nordamerikanischen und anderen Geschlechtern und lässt von 120 in seiner Abhandlung beschriebenen Arten nur 9 als solche gelten, die neuholländischen Formen entsprechen. Wenn nun Prof. Unger in der Schritt „Neu- llolland in Europa" die von mir für die Eocenflora aufgestellten Bestimmungen stillschweigend annimmt und demzufolge auf den neuholländischen Charakter dieser Flora hinweiset, wenn er daraus den Schluss zieht, ,,dass Europa zur Eocenzeit ein Klima dem gegenwärtigen von Neu-Holland ähnlich gehabt haben musste", so le^te er hiemit an den Tao- dass er im Jahre 1861 seine in einer Abhandlung (dat. October 1850) i veröffentlichte Ansicht über das Wesen der Eocenflora geändert und mit jener vertauscht hat, welche ich schon im März 1850 publicirt und seither in mehreren Ab- handlungen noch erweitert habe. Alles dies ist sicher für mich sehr schmeichelhaft, da ich ja, wie aus dem Nachfolgenden zu ersehen, bemüht war, das Irrthüni- liche in den früheren Artenaufstellungen und Schluss- folgerungen des Prof. Unger zu bekämpfen und zu berichtigen. Aber Prof. Unger würde dabei nichts verloren haben, wenn er es über sich hätte gewinnen können, den Thatsachen wie sie nun einmal vorliegen. gehörig' Rechnung zu tragen. In dem zweiten Abschnitte der Schrift ., Neu-Hol- land in Europa" bringt Prof. Unger Einwürfe gegen den Nat urselbstdru ck vor, insbesondere gegen die Anwendung desselben zur Untersuchung und Bestim- mung der Pflanzenfossilien. Nach Unger sind die Ab- bildungen der Blätter wie sie durch den Naturselbst- druck erhalten werden, zum Vergleiche mit fossilen Blättern „am wenigsten geeignet u : ja der Naturselbst- druck soll in dieser Beziehung sogar „schädlich" werden können, „indem er zu viel gibt". Obgleich Prof. Unger in eben diesem Abschnitte der genannten Schrift den Naturselbstdruck zu dem gleichen Zwecke mit Vortheil anwendet und sich hie- durch selbst widerlegt, so glaube ich doch im Interesse der Sache auch das Meinige beitragen zu sollen , um das Vorurtheil, welches diesen Einwürfen zu Grunde liegt, ans Tageslicht zu stellen. Es ist dies um so nothwendiger, als es sich hier um eine vaterländische Erfindung handelt, und Prof. Uns' er durch seine Autorität dieselbe für längere Zeit zurückdrängen könnte. Dass die unübertrefflich genaue Darstellung der Blatt -Skelete im Naturselbstdruck Vieles bietet was freo-enwärtn»- noch ununtersucht und unbearbeitet ist, bildet gerade die wichtigste Seite des Naturselbst- druckes, wie jeder zugeben muss, der den mangelhaften Zustand der Botanik in Bezug auf die vergleichende Anatomie der Blatt- Skelete kennt. Freilich muss man sich die Mühe nehmen zum gehörigen Verständniss dessen, was der Naturselbstdruck gibt, zu gelangen, statt vornehm über diese Erfindung aburtheilen, ohne sie im Detail studirt zu haben. Wer wird es ernstlich bezweifeln wollen , dass durch die genaue Kenntniss der Anordnung und Vertheilung der Gefässe in den Blattorganen die Systematik und Charakteristik der Pflanzen neue Merkmale gewinnen, dass dadurch auch die Bestimmung der fossilen Blätter, für welche gerade diese Merkmale die grösste Bedeutung haben, wesent- lich gefördert wird? Dank der liberalen Unterstützung, welche meinen wissenschaftlichen Unternehmungen von Seite der k. k. Hof- und Staatsdruckerei zu Theil wurde, war es mir vergönnt, grössere Arbeiten über die Blatt-Skelete der Pflanzen auszuführen, welche zumeist die Inter- pretation der vorweltlichen Blattformen bezwecken. Der von mir hiebei eingeschlagene Weg wird, weit ent- 9 fernt der Wissenschaft, wie Prof. Unger meint, einen Schaden zu bringen, wohl vielmehr dazu führen, jene leider sehr übliche Methode der Aufstellung von vor- weltlichen Arten, welche nach Schablonen vorgeht oder die Willkür entscheiden lässt, in den Schatten zu stellen und durch eine solche zu ersetzen, welche als vorzugs- weise auf anatomischer Grundlage ruhend, auch das Detail des Blattnetzes wo möglich benützt, welche über- haupt aus der allseitigen Vergleichung der vorwelt- lichen Formen mit den gegenwärtigen die Resultate gewinnt. Die Anwendung des Naturselbstdruckes wird ferner der unnützen, kostspieligen Bildermacherei Ein- halt thun und wird gestatten der Jugend gute und wohlfeile Bücher in die Hand zu geben. Als Belege findet man in der vorliegenden Schrift nebst Anderem dieselben Abbildungen in Naturselbst- druck, welche Prof. Unger benützte. Sie sind aber nicht in Kupferdruck, sondern in der wohlfeileren Stereotyp-Manier ausgeführt, so dass die Abbildungen mit der gewöhnlichen Buchdruckerpresse wie Holz- schnitte mit dem Text gedruckt werden konnten. Möge es mir Prof. Unger nicht verargen, dass ich nothgedrungen die Feder ergriffen habe, um mein geistiges Eigenthum zu schützen, und um eine sowohl für die Erweiterung als Verbreitung der Wissen- schaft höchst nützliche vaterländische Erfindung in ihrem wahren Werthe darzustellen. Dass ich mich beflissen habe, hiebei möglichst objectiv vorzugehen, wird man mir zugestehen. Möge aber Prof. Unger ; 10 dessen Verdienste um die Paläontologie niemand leb- hafter anerkennt als ieh, fortfahren, diese Wissenschaft zu erweitern und möge er sich hiebei zu seinem eigenen Nutzen ebenfalls des Naturselbstdruckes bedienen! \Y i e n . im October 1861. Prof. C. v. Ettingshausen. Von der Direction der k. k. Hol- und Staatsdruckerei wird folgende Bemerkung beigefügt : „Seit der Erfindung des Naturselbstdruckes hat dieses neue Mittel bildlicher Darstellung neben enthusiastischen Bewunderern auch Gegner gefunden. Der Naturselbstdruck theilt hierin nur das allen Entdeckungen gemeinsame Loos. Anfangs richteten die Gegner ihre Angriffe hauptsächlich gegen die Erfinder, indem sie ihnen die Priorität streitig zu machen suchten. Seitdem der Streit endgültig zu Gunsten dieser erledigt ist, beschränken sich die Gegner darauf, an dem wissenschaftlichen Werth der Erfindung zu mäkeln. Die "Wissen- schaft hat unbedingt das Recht, den Werth neuer Hilfsmittel zu prüfen und die Staatsdruckerei hat dieses auch dadurch anerkannt und geehrt, dass sie die Broschüre des Herrn Prof.Unger, worin dessen tadelnde Äusserungen über den Naturselbstdruck enthalten sind, anstandslos abdruckte. Auch eine zweite Abhandlung, worin es gleichfalls an Bemerkungen gegen den Naturselbstdruck nicht fehlt, hat sie abgedruckt und hat um so weniger Anstand genommen es zu thun, als die beigedruckten Abbildungen die Äusserungen des Herrn Pro- fessors am besten widerlegen. Wenn aber Prof. Unger die Anwendung des Naturselbstdruckes für die Botanik und Paläontologie nicht anerkennen will. so kann der Grund hievon nur entweder in einer Voreingenommenheit oder in dem Mangel an genügender Kenntniss des Präparirens zu suchen sein. Dass Prof. Unger diese Kenntniss nicht haben kann, geht theils aus seiner Beur- theilung. theils abe r daraus h er vor, dass er sich seit der Erfind u n g des Naturselbstdruckes, also im Laufe von acht J ahren nicht ein einziges Mal die Mühe genommen bat, in der Anstalt selbst dasDetail der Manipulation kennen zu lernen und daher auch nicht in der Lage ist, die Pflanze nt hei 1 e so zu präpariren, dass sie bessere Abdrücke geben." 11 I. Über die Entdeckung des neuholländischen Charakters der Eocenflora Europa's. *on den Überresten untergegangener Vegetationen, welche wir in den Schichten der Flötzformationen an- treffen, haben die den älteren Secundär-Perioden ange- hörenden die Aufmerksamkeit der Naturforseher zuerst und am meisten auf sieh gezogen, da die Pflanzenfos- silien, welche aus diesen Erdbildungs -Perioden stam- men , grösstenteils zu den Ordnungen der Farne. Nadelhölzer, Cycadeen, Palmen, also überhaupt zu Gewachsen zählen, die in allen ihren Theilen auffallend und leicht kenntlich sind. Nicht so erging es mit den im allgemeinen unan- sehnlichen Pflanzenresten der Tertiär- Periode. Die Mehrzahl derselben besteht in Blättern oder blattartigen Organen von Dikotyledonen, welche, wenn keine ander- weitigen Anhaltspunkte vorliegen, oft ausserordentlich schwierig zu bestimmen sind. In neuerer Zeit erkannte man aber, dass gerade diese Keste die interessantesten Aufschlüsse über die Geschichte der Pflanzenwelt zu geben versprechen. 12 Man versuchte daher immer mehr und mehr dieselben den Formen der gegenwärtigen Pflanzen zu paralleli- siren und unterschied eine grosse Anzahl von Arten. Den Herren Alexander Braun und Franz Unger gebührt das Verdienst, den hierauf bezüglichen For- schungen die Bahn gebrochen zu haben. Bei der Errichtung der k. k. geologischen Reichs- anstalt wurde auch mir die schöne Gelegenheit zu Theil, an der Aufarbeitung des grossen Materials, wel- ches im Gebiete der Phytopaläontologie durch die fort- schreitenden Untersuchungen und Entdeckungen neuer Fundorte von fossilen Pflanzen sich eröffnet hatte, mit- zuwirken. Schon früher mit phvtopalaontologischen Studien am k. k. montanistischen Museum beschäftigt, wurde ich durch Haidinger in die Lage gesetzt, meinen Untersuchungen und Arbeiten eine grössere Ausdehnung zu geben. Von dem Wunsche beseelt der mir gewordenen Aufgabe nach besten Kräften zu dienen, war es mir nicht um die Aufstellung vieler Species zu thun, vielmehr war mein Streben hauptsächlich dahin gerichtet, die Wissenschaft durch Verbesserungen in der Methode der Untersuchung- und durch Vermehrung- der botanischen Hilfsmittel zur möglichst genauen Bestim- mung der Fossilreste zu fördern. Denn nur dadurch, sowie auch durch umfassende specielle Vorbereitungs- studien über die Florengebiete der Jetztwelt hoffte ich die grossen Schwierigkeiten, wit welchen die Interpre- tation der Tertiärpflanzen verbunden ist, zu beseitigen. Als die k. k. geologische Reichsanstalt in den Besitz einer schönen und reichhaltigen Sammlung von Pflanzenfossilien aus der Eocenformation von Sotzka in 13 Untersteiermark gelangte, versuchte ich meine Prin- cipien in grösserem Umfange in Anwendung zu bringen. Mit der Kenntniss der wichtigeren Pflanzenformen des neuholl'ändischen Floren - Reiches bereits vertraut, mussten mir bei der Untersuchuno- dieser Fossilreste jene Blätter sogleich auffallen, welche in Form und Xervation die grösste Ähnlichkeit mit denen von Banh- sia und Dryandra- Arten zeigen , ebenso jene die mit Phyllodien von Eucalyptus übereinstimmen, ferner die eigenthümlichen völlig blattlosen, dünnen, deutlich gegliederten und mit Längsstreifen versehenen Zweig- reste, welche ganz und gar den Typus von Casuarina- Zweigchen an sich tragen: überhaupt jene Reste von Gewächsen dieser höchst merkwürdigen Flora, welche mit den so charakteristischen Pflanzenformen der gegen- wärtigen Flora von Neu-Holland die auffallendste Ähn- lichkeit darbieten. Bei aller Vorsicht in der Bestimmung dieser Fossil- reste konnte ich durchaus keinen Grund finden, auch nur einen einzigen dieser Fälle in Zweifel zu ziehen oder gar den erwähnten Resten eine andere Deutung zu geben. Überdies glaubte ich in der thatsächlichen Über- einstimmuno- so vieler verschiedenartio-er Pflanzenfos- silien aus einer und derselben Localität mit Gewächsen, welche gerade zu den für das genannte Floren -Keich am meisten bezeichnenden Familien gehören, die schla- gendste Widerlegung der Annahme zu sehen, dass hier eine Zufälligkeit oder Täuschung: obwalte. Ich musste also nothwendig bei der Untersuchung der erwähnten Sammlung zu der Ansicht gelangen, dass die vor- weltliche Vegetation von Sotzka den Charakter der 14 Flora des heutigen Neu -Holland an sich getragen habe. Mein Erstaunen war daher nicht gering, als ich vernahm, dass Prof. Unger. welcher dieselbe Samm- lung früher als ich in Händen hatte, die Sotzka-Flora mit dem ocea n i sehen Floren - Reiche parallelisiren will. Dies veranlasste mich meine Ansicht in einer Sitzuno- der k. k. o-eoloo-ischen Reichsanstalt (Wiener Zeitung vom 21. März 1850, und Jahrbuch der k. k. geologischen Reichsanstalt, Bd. T. S. 17ö) zu veröffent- lichen. Zur Begründung meines Ausspruches habe ich im allgemeinen auf das Vorwiegen der Reste von Arau- caria und Casuarina, von Proteaceen. Myrtaceen und Lccjuminosen. insbesondere aber auf das Erscheinen von Arien der so charakteristischen Geschlechter Banksia. Dryajidra und Eucalyptus hingewiesen 1 !. Ich kam sehr bald in die Lag» 1 , meine Untersuchun- gen über das Vorkommen neuholländischer Formen in den Tertiärfloren weiter fortzusetzen. Im Auftrage der k. k. geologischen Reichsanstalt unternahm ich Bereisungen der österreichischen Monarchie, welche ausschliesslich die Erforschung der Fundstätten von Pflanzenfossilien zum Zwecke hatten und mir ein über- aus reiches Material lieferten" 2 ). Von meinen Arbeiten, die sieh auf dieses Material stützen , behandeln folgende die Repräsentation der Flora Neu-Hollands im eocenen Europa. 1. In einer im J. 1851 in den Sitzungsberichten der mathematisch -naturwissenschaftlichen Classe der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Bd. VII. S.711 erschienenen Abhandlung „die Proteaceen der 15 Vorwelt" wird nachgewiesen, dass mit Ausnahme der Coniferen und Leo'uminosen keine Dikotvledonen-Ord- nuno- in derVorwelt mit einer grösseren Formenmannio- faltigkeit erschien, als die vorzugsweise in Neu-Holland verbreiteten Proteaceen. Es wird hervorgehoben, dass schon das erste Auftreten von Dikotyledonen. welches in die Kreideperiode fällt, durch Proteaceen-Formen cha- rakterisirt ist: dass die bei weitem grössere Mehrzahl der Arten und Gattungen der Flora der Eoeenperiode an- gehört, wodurch, sowie durch das gleichzeitige Vor- kommen anderer gegenwärtig nur Neu-Holland eigen- thiimlicher Familien und Gattungen der Charakter dieser Flora wesentlich bedingt ist: dass aber in der Miocenzeit mit den neuholländischen Apetalen auch die neuholländischen Dialypetalen bis auf wenige Formen verschwunden sind. Es wird ferner aus dem Zusammen- vorkommen der fossilen Proteaceen die grosse Ähnlich- keit der älteren Tertiärflora mit der neuholländischen Flora deducirt. Eine Tabelle enthält die Aufzählung der mit Banksia longifolia Ett. . einer in der Eocenfor- mation besonders verbreiteten Leitpflanze . fossil vor- kommenden Proteaceen . und zur Vergleichung damit die Zusammenstellung der mit der analogen Banksia spinulosa Tl. Br. in der Umgebung des Port Jackson wild wachsenden Arten dieser Ordnung"'). Im speciellen Theile dieser Abhandlung findet man folgende Arten für die Eocenflora Europas auf- gestellt und beschrieben: Conospermum macrophyllum Ett. (1. c. S. 7 IG. T. 30. F. 2.) Blätter: in den Mergelschiefern von Sotzka in Untersteiermark und von Sao'or in Krain. Ver- 16 glichen mit Gonosjpermum longifoliwm Sm. von Neu- Holland. Conospermum sotzkianum Ett. (1. e. S. 717, T. 30, F. 3.) Blatter; im Mergelschiefer von Sotzka. Cenarrhenes Hauerz Ett. (1. c. S. 718, T. 30, F. 4, 5.) Früchte und Blatter; im Mergelschiefer von Sagor. Verglichen mit Cenarrhenes nitida R. Br. von Neil- Seeland. Persoonia Daphnes Ett. (S. 718, T. 30, F. 6, 7.) Blätter und Früchte; aufgefunden im Hangenden des Kohlenflötzes von Häring in Tirol. Verglichen mit Per- soonia daphnoides P r e i s s und P. Laureola Lindl. von Neu-Holland. Persoonia cusjpidata Ett. (1. c. S. 719, T. 30, F. 8, 9.) Blätter und Früchte; aus dem Mergelschiefer von Sagor in Kram. Analog einigen neuholländischen Persoonia- Arten. Persoonia Myrlillus Ett. (1. c. S. 719, T. 30, F. 10 bis 14.) Blätter und Früchte; aus den Mergelschiefern von lläring, Sotzka und Sagor. Verglichen mit Per- soonia myrtilloides Sieb, aus Neu-Holland. Grevillea haeringiana Ett. (1. c. S. 720, T. 31, F. 1.) Blätter; in den Eocenschichten von H'aring in Tirol. Verglichen mit Grevillea oloides R. B r. von Neu- Holland. Grevillea grandis Ett. (1. c. S. 722.) Blätter; im Mergelschiefer von Sotzka in Untersteiermark. Ver- glichen mit Grevilla longifolia R. Br. von Neu- llolland. Hakea stenocarpfolia Ett. (J. c. S. 722. T. 30, F. 15, IG.) Blattreste, Samen. Aufgefunden im Mergel- 17 schiefer von Sagor in Krain. Verglichen mit Hakea elliptica R. Br. von Neu-Holland. Hakea plurinervia Ett. (1. c. S. 723, T. 31, F. 2, 17.) Blatter und Samen; im bituminösen Mergel- schiefer von Häring in Tirol. Verglichen mit Hakea oleifolia R. Br. von Neu-Holland. Hakea Myrsinües Ett. (1. c. S. 7 23. T. 31. F. 3, 4.) Blatter; im bituminösen Mergelschiefer von Häring. Verglichen mit Hakea linearis \{. Br. von Neu-Holland. Lambertia extincta Ett. (1. c. S. 72-A, T. 31, F. 5.) Blätter; im Mergelschiefer von Sagor in Krain. Ver- glichen mit Lambertia uniflora R. Br. von Neu-Holland. Helicia sotzkiana Ett. (1. c. S. 72-4, T. 31, F. 10.) Blätter; im Mergelschiefer von Sotzka in Untersteier- mark. (Bestimmung noch zweifelhaft.) Knightia Nimrodis Ett. (1. c. S. 725.) Blätter; im Mergelschiefer von Sotzka. Verglichen mit Knightia excelsa Pt. B r. von Neu-Seeland. Prof. Unger stellte dieses Fossil zu Querem und bezeichnete die in Klein- asien vorkommende Q. Ldbani Oliv, als die nächst ver- wandte jetzt lebende Art. (Fossile Flora von Sotzka Seite 163.) Embothrites lejptospermos Ett. (1. c. S. 727, T. 31, F. 12, 13.) Samen; im bituminösen Mergelschiefer von Häring. Embothrites macrosjpermos Ett. (1. c. S. 727, T. 31, F. 15.) Sinnen; im Mergelschiefer von Sagor. Lomatia oceanica Ett. (1. c. S. 928, T. 31, F. 7 bis 9.) Früchte und Blätter: im Mergelschiefer von Sagor. Verglichen mit Lomatia polymorpha^,. Br. von Neu-Holland. E tt in g sh au s en. Neuholl. Char. ä. Eocenflora Europa's. ., 18 Lomatia reticulata Ett. (1. c. S. 728, T. 31, F. 6.) Blätter; im bituminösen Mergelschiefer von Häring. Banhsia longifolia Ett. (1. c. S. 930, T. 31, F. 19.) Blätter; in den Mergelschiefern von Sotzka, Häring, Sagor, des Monte Promina u. s. w. Verglichen mit Banhsia spinulosa^. B r. von Neu-Holland. Prof. Unge r hat diese fossile Pflanze unbegreiflicher Weise dem Geschlechte Myrica eingereiht und zwei Arten daraus gebildet. Banhsia haeringiana Ett. (1. c. S. 731, T. 31, F. 17, 18.) Blätter; in den Mergelschiefern von Häring, Sotzka, Sagor und am Monte Promina. Verglichen mit Banhsia collina P. Br. von Neu-Holland. Diese fossile Pflanze wurde von Prof. Unger zu Myrica gestellt. Banksia üngeri~Ett. (1. c. S. 7 31.) Blätter; in den Mergelschiefern von Häring, Sotzka, Sagor und am Monte Promina. Verglichen mit Banhsia littoralis K. Br. von Neu-Holland. Auch diese sehr charakteristischen Blattfossilien hat Prof. Unger dem Geschlechte Myrica eingereiht und sogar zwei Arten daraus gebildet. Banhsia dillenioides Ett. (1. c. S. 732.) Blätter; in den Mergelschiefern von Häring in Tirol und am Monte Promina in Dalruatien. Verglichen mit Banhsia dilleniae- folia Kn. et Salisb. Dryandra Brongniartii Ett. (1. c. S. 734, T. 32, F. 1 — 8.) Blätter; in den Mergelschiefern von Häring, Eperies, am Monte Promina u. a. 0. Verglichen mit Dryandra formosa R. Br. von Neu-Holland. Diese Pflanzenfossilien hat Prof. Unger mit Comptonia brevi- loba Brongn. vereinigt. Dryandra Menegltinii Ett. (1. c. S. 736.) Blätter; im Mergel des Monte Bolca bei Verona. Verglichen mit 19 Dryandra obtusa R. Br. und D. plumosa R. Br. von Neu-Holland. Wurde von Prof. Unger als Myrica-kxt besehrieben. Dryandra sagoriana^tt. (1. c. S. 736, T. 33, F. 4, 5.) Blätter, im Mergel schiefer von Sagor in Krain und bei Tüffer in Untersteiermark. Verglichen mit Dryandra longifolia R. Br. von Neu-Holland. Dryandra Ungern Et t. (1. c. S. 738, T. 33, F. 1.) Blätter; im Mergelschiefer von Sotzka in Untersteier- mark und von Sagor in Krain. Verglichen mit Dryan- dra armata R. B r. von Neu-Holland. Diese charakteri- stischen Blattfossilien wurden von Unger ebenfalls zu Gomptonia gestellt. Dryandroides lignitum Ett. (1. c. S. 741, T. 34, F. 3 — 5.) Blätter; sehr verbreitet in den gesammten Tertiärformation. Verglichen der Blattform und Zah- nung des Randes nach mit Lomatia longifolia R. Br. von Neu-Holland, der Nervation nach mit Banksia inte- grifolia L. von Neu-Holland. Wurden von Prof. Unger dem Geschlechte Quercus eingereiht. Dryandroides acuminata Ett. (1. c. S. 740.) Blätter; in den Mergelschiefern von Häring und Sagor, in der Tertiärformation der Schweiz. Prof. Unger stellte dieses Fossil zu Myrica. Dryandroides brevifolia Ett. (1. c. S. 741.) Blätter: im bituminösen Mergelschiefer von Häring in Tirol. Verglichen mit mehreren Proteaceen. Dryandroides elegans Ett. (1. c. S. 742, T. 34. F. 1.) Blätter; im Mergelschiefer von Sagor in Krain. Der Nervation nach verglichen mit Banksia und Dryandra- Arten. 20 2. Die tertiäre Flora von Häring in Tirol. Abhandlungen der k. k. geologischen Keichsanstalt, IL Band, 1853. (Mit 31 lithograph. Tafeln.) Über den neuholländischen Charakter dieser artenreichen Local- flora habe ich mich, wie bereits bemerkt, im Sommer des Jahres 1850, als ich mit der Untersuchung und Auf- sammlung der Pflanzenfossilien von Häring in Tirol beschäftigt war, in einem an die geologische Reichs- anstalt eingesendeten Berichte (siehe Jahrb. der k. k. geolog. Keichsanstalt, I. Bd., S. 557) ausgesprochen, was aber in der genannten Arbeit ausführlich nach- gewiesen wird, wo im speciellen Theile derselben, der die Beschreibungen von 180 Arten enthält, die am meisten charakteristischen Pflanzenfossilien ausschliess- lich mit neuholländischen Pflanzen verglichen werden. Im allgemeinen Theile wird vor allem darauf hin- gewiesen , dass die Ähnlichkeit dieser fossilen Flora mit der Flora Neu- Hollands schon dem Laien durch das Vorherrschen von länglichen schmalen lederartigen Blättern auffällt und sich aber bei näherer Prüfung durch das häufige Erscheinen von Banksien, Arauca- rien, der zarten Zweigchen von Casuarinen und der neuholländischen Frenela- und Callitris-Arten gleichen- den Cupressineen, ferner von eigenthümlichen Santala- ceen, Sapotaceen, Myrtaceen und Leguminosen unver- kennbar kund gibt. Aus diesen Thatsachen konnte ich nur folgern, dass Europa zur Eocenzeit ein Klima dem gegenwärtigen von Neu-Holland ähnlich gehabt haben musste 4 ). Zum Schlüsse enthält die Abhandlung eine Ver- gleich ung der tertiären Flora von Häring mit anderen 21 fossilen Floren insbesondere mit den Eocenfloren von Sotzka, Sagor und des Monte Promina. Von den im speciellen Theile beschriebenen Arten hebe ich folgende hervor, zur Begründung meiner über den Charakter dieser Flora ausgesprochenen Ansicht: Cupressites freneloides Ett. (1. c. S. 34, T. 5 , F. 1 bis 3 , 5.) Fragmente von Zweigchen ; analog neuhol- ländischen Frenela- Arten. Araucarites Sternbergii Göpp. (1. c. S. 36, T. 7, F. 1 — 10; T. 8, F. 1--12.) Fruchtzapfen, Zweigfrag- mente; analog" der Araucaria excelsa R. Br. Podocarpus Apollinis Ett. (1. c. S. 38, T. 9, F. 16.) Blätter; verglichen mit Podocarpus spicata R. Br. und P. ferruginea Don. von Neu-Holland. Casuarina Haidingeri Ett. (1. c. S. 38, T. 9, F. 17 bis 23.) Blütenährchen und Zweigbruchstücke; analog der Casuarina repens Forst, und C. equisetiformis Forst, von Neu-Holland. Pisonia eocenica Ett. (1. c. S. 43, T. 11, F. 1—22.) Früchte und Blätter ; verglichen mit Pisonia grandis R. B r. von Neu-Holland und P. Brunoniana E n d 1. von Norfolk. Monimia hacringiana Ett. (1. c. S, 44, T. 10, F. 12, 13.) Blätter; verglichen mit Monimia ovalifolia R. Br- von Neu-Holland. Monimia anceps Ett. (1. c. S. 45, T. 10, F. 11.) Blätter; analog einigen Monimia- Arten von Neu-Holland. Leptomeria gracilis Ett. (1. c. S. 48, T. 12, F. 20, 21; T. 13, F. 3 — 6.) Zweigfragmente; analog der Lep- tomeria Billardieri R. Br. von Neu-Holland. Leptomeria flexuosa Ett. (1. c. S. 48, T. 13 , F. 1, 2.) Zweigbruchstücke; verglichen mit Leptomeria acida 99 R. Br. und einer noch unbeschriebenen Leptomeria- Art von Neu-Holland. Lejptomeria distans Ett. (1. c. S. 48, T. 12, F. 19.) Zweigfragntente; verglichen mit Leptomeria acida'R. Br. von Neu-Holland. Santalum salicinum Ett. (1. c. S. 49 , T. 12, F. 3 bis 5.) Blätter; verglichen mit Santalum obtusatum R. B r. und 8. Preissianum Miq. von Neu-Holland. Santalum acheronticum Ett. (1. c. S. 49, T. 12. J\ Q — io.) Blätter; verglichen mit einer neuholländi- schen Santalum-Art. Santalum osyrinum Ett. (1. c. S. 49, T. 12, F. 14 bis 18.) Blätter; verglichen mit Santalum lanceolatum R. Br. von Neu-Holland. Santalum micropkyllum Ett. (1. c. S. 50, T. 12, F. 11, 12.) Blätter,- verglichen mit einer neuholländi- schen Species. Persoonia Daphnes Ett. (1. c. S. 50, T. 14, F. 1 bis 4.) Früchte und Blätter. (Siehe die oben citirte Ab- handlung über die Proteaceen der Vorwelt.) Persoonia Myrtillus Ett. (1. c. S. 50, T. 14, F. 5—8.) analog der P. myrtilloides Sieb, von Neu-Holland. Grevillea haeringiana Ett. (1. c. S. 51, T. 14, F. 9 bis 14.) Verglichen mit Grevillea oloides B. Br. und G.planifolia B. Br. von Neu-Holland. Hakea plurinervia Ett. (1. c. S. 52, T. 15, F. 1 — 4.) S. d. Abhandl. über d. Proteaceen d. Vorwelt. Hakea Myrsinües Ett. (1. c. S. 52, T. 12, F. 5—9.) Blätter und Samen. Lomatia reticulata Ett. (1. c. S. 52, T. 12, F. 10.) Blätter; analog der L. longifolia R. Br. 23 Banksia longifolia'&tt. (1. c. S. 53, T. 15, F. 11 — 26.) S. d. Abhandl. über d. Proteaceen d. Vorwelt. Banksia haeringiana Ett. (1. c. S. 54, T. 16, F. 1 bis 25.) S. d. Abhandl. über d. Proteaceen d. Vorwelt. Banksial T ngeriFAt.(l.e.S.5±,T. 17,F.l— 22;T. 18, F. 1 — 6.) S. d. Abhandl. über d. Proteaceen der Vorwelt. Banksia dillenioides Ett. (1. c. S. 55, T. 18, F. 7.) S. d. Abhandl. über d. Proteaceen d. Vorwelt. Dryandra Brongniartii Ett. (1. c. S. 55, T. 19. F. 1 — 26.) S. d. Abhandl. über d. Proteaceen d. Vorwelt. Dryandroides lignitum Ett. (1. c. S. 57, T, 20, F. 5 bis 7.) S. d. Abhandl. über d. Proteaceen d. Vorwelt. Dryandroides brevifolia Ett. (1. c. S. 57, T. 20, F. 3, 4.) S. d. Abhandl. über d. Proteaceen d. Vorwelt. Apocynopliylhim alyxiaefolium Ett. (1. c. S. 58, T. 20, F. 11.) Blätter; verglichen mit Alyxia spicata R. Br. und A. obtusifolia R. Br. von Neu-PIolland. Myoporum ambiguum Ett. (1. c. S. 59, T. 20, F. 21.) Blätter; verglichen mit Myoporum acuminatum R. Br. M. laetiim Forst., M. Gumiinghami R. Br. von Neu- Holland. Sapotacites parvifolius Ett. (1. c. S. 63, T. 21, F. 17, 18.) Blätter; verglichen mit Mimusops pai-vifolia R. Br. und M. cotinifolia Cunn. von Neu-Holland. Ceratopetalum liaeringianum Ett. (1. c. S. 65, T. 22. F. 13 — 26.) Blätter; verglichen mit Ceratopetalum gum- miferum Sm. und C. apetalum Sm. von Neu-FIolland. Dodonaea Saücites Ett. (1. c. S. 68, T. 23, F. 36 bis -43.) Früchte und Blätter; verglichen mit Dodonaea laurifolia Sieb, und Dodonaea spathulata von Neu- PIolland. 24 Pätospo?*um tenerrimum Ett. (1. c. S. 69, T. 24, F. 1.) Blätter; verglichen mit Pätosporum tenuifolium Banks. u. a. A. von Neu-Holland. Pätosporum FenzMEtt. (1. c. S. 69, T. 24, F. 2—8.) Früchte und Blätter; verglichen mit neuholländischen Pätosporum- A rt e n . Celastrus Pseudoilex Ett. (1. c. S. 70, T. 24, F. 30 bis 36.) Blütenkelche und Blätter; verglichen mit einer neuholländischen Celastrus- Art. Celastrus acuminatus Ett. (1. c. S. 71, T. 24, F. 16.) Blätter; verglichen mit Celastrus ramulosus Cunningh. von Neu-Holland. Elaeodendron haeringianum Ett. (1. c. S. 73, T. 24, F. 37, 38.) Blätter; verglichen mit neuholländischen Elaeodendron- Arten. Elaeodendron dubium Ett. (1. c. S. 74, T. 24, F. 39, 40.) Blätter; verglichen mit Elaeodendron australe Vent. von Neu-Holland. Bhamnus pomade rroi des Ett. (1. c. S. 75, T. 25, F. 2.) Blätter; verglichen mit neuholländischen Poma- de?°ris-Arten. Callistemopliyllum diosmoides Ett. (1. c. S. 83, T. 27, F. 6 — 9.) Blätter; verglichen mit neuholländischen Melaleuca- und Callistemon- Arten. Calllstemop)hyllum verum Ett. (1. c. S. 83, T. 27, F. 11, 12.) Blätter; verglichen mit Melaleuca linariae- folia Sm. und Callistemon Sieberi De Cand. von Neu- Holland. Callistemopliyllum speciosum Ett. (1. c. S. 83, T. 27, F. 10, 15, 16.) Blätter; verglichen mit Callistemon- Arten von Neu-Holland. 250 Callistemopliyllum melaleucaeforme Ett. (1. c. S. 84, T. 27, F. 13, 14.) Blätter; verglichen mit Gallistemon glaucum De Cand. und G. salignwn De Cand. von Neu- Holland. Eucalyptus haeringiana Ett. (1. c. S. 84, T. 29, F. 2 bis 25.) Früchte und Blätter; verglichen mit Eucalyptus Globulus, E. ampullaceus u. e. a. Arten von Neu-Holland. Eucalyptus oceanica Ung. (1. c. S. 84, T. 28, F. 1.) Blätter; verglichen mit neuholländischen Eucalyptus- Arten. Metroskieros extincta Ett. (1. c. S. 85, T. 27, F. 19.) Blätter; verglichen mit Metrosideros buxifolia De Cand. von Neu-Seeland. Phaseolites kenne dyoides Ett. (1. c. S. 87, T. 29, F. 2.) Fiederblättchen; verglichen mit neuholländischen Ken- nedy a- Arten. Cassia pseudoglandulosa Ett. (1. c. S. 89, T. 29, F. 48 — 55.) Fiederblättchen; verglichen mit Cassia, glandulosa De Cand. von Neu-Holland. Acacia coriacea Ett. (1. c. S. 93, T. 29, F. 47; T. 30, F. 51, 52.) Phyllodien; verglichen mit Acacia lunata Sieb, von Neu-Holland. Acacia mimosoides Ett. (1. c. S. 93, T. 30, F. 60, 61.) Phyllodien; verglichen mit Acacia pyrifolia De Cand. von Neu-Holland. Acacia Proserpinae Ett. (1. c. S. 94, T. 30, F. 53, 54.) Phyllodien; verglichen mit Acacia myrtifolia De Cand. von Neu-Holland. Acacia Dianae Ett. (1. c. S. 94, T. 30, F. 58, 59.) Phyllodien; verglichen mit Acacia oblunata Lab i 11. von Neu-Holland. 26 3. Die eocene Flora des Monte Promina in Dalmatien. Denkschriften der kaiserliehen Aka- demie der Wissenschaften, Bd. VIII, S. 17. Durch diese Abhandlung erhält die Ansicht, die iVnalogie der älteren Tertiärflora mit der Flora Neu -Hollands betreffend, nicht nur ihre Bestätigung sondern auch neue Belege. Dies «-eht aus den im Nachfolgenden aufgezählten Arten hervor, welche ich unter den Pflanzenfossilien der o-enannten Localität erkannt und im beschreibenden Theile der citirten Abhandluno- nachgewiesen habe. Blechmim Braunü Ett. (1. c. S. 26, T. 14, F. 2.) Fiederfragmente ; verglichen mit Blechnum striatum R. B r. von Neu-Holland. Araacarites Sternbergü Göpp. (1. c. S. 28, T. 5, F. 1 — 3.) Fand sich hier ebenso häufig wie zu Sotzka. Pisonia eocemcalZtt. (1. c. S. 30.) Zeigte das gleiche Vorkommen wie in der Tertiärflora von Häring. (S. o.) ' Santalum ackeronticum Ett. (1. c. S. 32.) Fand sich auch unter den fossilen Pflanzen von Häring. (S. oben.) Santalum salicinum Ett. (1. c. S. 32.) Fand sich auch in der genannten Flora. (S. oben.) Santalum osyrinum Ett. (1. c. S. 32.) Schon aus der o-enannten Flora bekannt. Petrophiloides Bichardsoni Ett. (1. c. S. 23.) Früchte: verglichen mit Betroipkila- und Isopogon - Arten von Neu-Holland. Banksia longifolia Ett. (1. c. S. 33, T. 7, F. 12 bis 14; T. 8.) Die Blätter dieses charakteristischen Reprä- sentanten der neuholländischen Flora fanden sich in den eocenen Schichten des Monte Promina nicht minder häufig, wie in deuen von Sotzka und Häring. 27 Banksia haeringiana Ett. (1. c. S. 33, T. 7, F. 16.) S. die oben cit. Abhandlung über d. Proteaceen. Banksia TJngeri Ett. (1. c. S. 33.) Diese und die vorhergehende Art sind hier viel seltener als in den Schichten von Häring und Sotzka. Banksia dillenioides Ett. (1. c. S. 34, T. 9, F. 5 — 9.) Die aufgefundenen wohlerhaltenen Blattreste bestätigen die Bestimmung dieser schon aus der Tertiärflora von Härin«- bekannt gewordenen Art. Dryandra Brongniartii Ett. (1. c. S. 34, T. 14. F. 5 — 6.) Die abgebildeten Blattreste sprechen für die gewählte Geschlechtsbestimmung. Sterculia Labrusca Ung. (1. c. S. 37, T. 14, F. 7.) Blätter; analog der Sterculia diver sifolia Don. von Neu- Holland. Callistemophyllum melaleucaeforme Ett. (1. c. S. 39.) Bereits bekannt aus der Tertiärflora von Häring. (S. o.) Callistemophyllum diosmoides Ett. (1. c. S. 39.) Fand sich in derselben Flora. (S. oben.) Eucalyptus oceanica Ung. (1. c. S. 39, T. 13, F. 8 bis 15; T. 14, F. 9.) Diese Art kommt in den Schichten des Monte Promina ebenso häufig vor, wie zu Sotzka und Häring. 4. Beiträge zur Kenntniss der fossilen Flora von Sotzka in Untersteiermark. Sitzungsb. der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, mathem.- naturw. Classe, Band XX Y III, Seite 471. Es wird auf Seite 546 dieser Abhandlung gesagt, dass von den Vegetationsgebieten der Jetztwelt vor Allem das von Neu -Holland mit der Sotzkaflora zu vergleichen ist. Dieser Ausspruch findet seine Begründung durch die 28 im speciellen Theil nachgewiesenen Analogien der fossilen Arten , insbesondere aber durch die in einem besonderen Abschnitte gegebenen zahlreichen Berichti- gungen der früher von Prof. Unger aufgestellten und beschriebenen Arten, auf welche ich weiter unten noch zurückkommen werde. 5. In der populären Schrift: „Ein Vortrag über die Geschichte der Pflanzenwelt" (Wien 1858, Verlag der k. k. Hof- und Staatsdruckerei) habe ich auf S. 28 und S. 33 — 34 des eigenthiimlichen Verhältnisses der eocenen Flora Europa's zur Flora des heutigen Neu- Hollands gedacht. Der erste Abschnitt des beigegebenen Anhan- ges enthält eine Zusammenstellung der wichtigsten jetztweltlichen Analogien zu eocenen Pflanzenformen, wobei die Blätter der neuholländischen Arten in Natur- selbstdruck dargestellt sind. Nun komme ich zum zweiten Theile meines Beweises , nämlich zur näheren Beleuchtung jener Schriften des Herrn Prof. Unger, welche über den Charakter der Eocenflora und über die Verglei- chung derselben mit der Flora der Jetztwelt handeln. 1. Die fossile Flora von Sotzka. Denk- schriften der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften mathem. -naturw. Classe, Bd. IL (Vorgelegt in der Sit- zung am 4. October 1850; herausgegeben im J. 1851.) Über den Charakter dieser Eocenflora ist im all- gemeinen Theile dieser Abhandlung auf Seite 138 zu lesen: „Ahnliche Vegetations -Verhältnisse finden wir 29 dermalen nicht auf grossen Continenten, sondern auf kleinen Inseln, die zuweilen eine eben solche Mischung der Vegetation darbieten und Pflanzen vereinen, die sonst durch grosse Entfernungen und bedeutende kli- matische Unterschiede von einander getrennt sind. Wir können daher aus diesem Umstände den Schluss ziehen, dass die Flora von Sotzka keineswegs einer Continental- sondern einer Insel-Flora anere- hörte, und zwar einer Insel-Flora, welche ihre Ana- loga in den Tropen oder in den den Tropen zunächst gelegenen Erdtheilen hat." Weiters (auf Seite 139) sucht Prof. Unger seine Ansicht über den Charakter der fossilen Flora von Sotzka folgendermassen zu begründen: „Die Pflanzengeographie, deren Aufgabe es ist, den verschiedenen Ausdruck der Pflanzenwelt in Be- ziehung zur Erdoberfläche aufzufassen, hat diese aus dem eben genannten Gesichtspunkte in zahlreiche Regionen oder Reiche eingetheilt , deren jedes sich durch einen besonders hervorstechenden Zug seiner Pflanzendecke vor den übrio-en auszeichnet. In dieser Beziehung hat sie unter andern ein oceanisches Reich für die Inselwelt des stillen Oceans auf- gestellt und dieses durch folgende Eigenthümlichkeiten charakterisirt." „„Eine dürftige, wenig eigenthümliche Flora. Grössere Annäheruno- zu Asiens als zu Amerika'« Flora. Einige Verwandtschaft zu der neuholländischen Pflanzenwelt." " (Werden die hervortretendsten Pflanzen dieses Florenreiches aufgezählt.) 30 ..Vergleichen wir diese Charakteristik mit der, welche sich aus der fossilen Flora von Sotzka von selbst herausstellt, so müssen wir sie auf folgende Weise zu- sammenfassen." .. .,Eine beziehungsweise eigentümliche Flora, mehr Annäherung zur Flora Indiens und Mittelasiens als zur Flora Brasiliens, Mexicos und Nordamerikas. Einige Verwandtschaft mit der Flora Neu-Hollands."" (Folgen entsprechende Benennungen der Pflanzen- fossilien von Sotzka.) „Diese auffallende Übereinstimmung beider Floren lässt für die Flora von Sotzka zur Fixirung ihres spe- ciellen Charakters die Bezeichnung als oeeanische Flora hinlänglich rechtfertigen, und damit auch das Klima jener Zeit und namentlich die mittlere Jahres- temperatur auf 18 — 22° E. mit Sicherheit festsetzen." Im speciellen Theile der genannten Abhandlung werden für die fossile Flora von Sotzka 121 Arten un- terschieden und beschrieben. Sucht man nun nach den daselbst aufgestellten Analogien von neuholländischen Pflanzen, so findet man nicht mehr als 9 Bestimmungen. Mit Ausnahme von Eucalyptus oceanica und Arauca- rites Sternbergii G ö p p. kann keine einzige dieser Be- stimmungen als bezeichnend für den Charakter der Flora von Sotzka gelten. Man begegnet hier der un- passend gewählten Gattungsbezeichnung Dryandroides, dann theils wenig charakteristischen, theils irrthümlich bezeichneten Formen, die zu Lomatia, endlich hand- förmig gelappten Blättern, die zu Sterculia Labrusca S. 175, T. 49, F. 1 — 11) gestellt wurden, aber auch unter den Gattungsnamen Ficus (F. caricoides S. 165, T. 34, F. 8), Platanus (P. Sirü S. 166, T. 46, F. 1) und Acer, (A. sotzkianum S. 175, T. 5, F. 1, 2) vorkommen. Andererseits ersieht man aus diesem Theile der Abhandlung Unger's, dass er die bei weitem grössere Zahl der eocenen Vertreter der Flora Neu-Holland's als solche nicht erkannt, ja gerade die auffallendsten dieser Pflanzenformen unter nordamerikanische Gat- tungen gestellt hat. Ich will nur auf die Behandlung der für die Flora der Vorwelt so wichtigen Abtheiluno- der Apetalen hinweisen. Unger hat hier die eigen- thiimlichen schmalen, gesägten, lederartigen Blätter, welche sich unter den Pflanzenfossilien von Sotzka schon durch ihre Häufigkeit auszeichnen und diese fossile Flora besonders charakterisiren, dem Geschlechte Myrica einverleibt und nicht weniger als 7 Species der- selben gebildet. Ich brauche wohl kaum anzuführen, dass diese Formen, welche ich als der neuholländischen Gattung Banksia angehörig zuerst erkannt habe, gegen- wärtig auch von allen Paläontologen als solche be- trachtet werden. Dessgleichen hat Unger die so charakteristischen Dryandra-F ormen dem nordamerikanischen Geschlechte Comptonia, von welchem er 8 Arten beschreibt, ein- gereiht. Die von mir als Casiiaw'iM-Heste erkannten Fos- silien werden von Unger zu den Gnetaceen gestellt und als Ephedrites sotzhkums bezeichnet. In der dieser Bestimmung beigegebenen Erläuterung S. 159 sagt er überdies: „Eine Ähnlichkeit dieser Petrefacte mit Ca- suarinen, welche man bemerkt haben will, kann ich bei näherer Untersuchung durchaus nicht finden." 32 Der specielle Theil dieser Arbeit, welcher von 44 aufgestellten Apetalen- Arten nur einige wenige unvoll- ständig erkannte neuholländische Analogien aufweiset und dafür um mehr als das doppelte Myriceen und Cupuliferen annimmt, welcher von den Gamopetalen und Dialypetalen zusammengenommen (68 Species) gar nur zwei solcher Analogien gelten lässt, dafür aber 6 Ericaceen, 4 Pyrus- Arten, ferner Samydeen, Ilicineen, Burseraceen, Zanthoxyleen, Melastomaceen, Amygda- leen u. s. w. aufstellt, entspricht demnach kaum der im allgemeinen Theile für die ,,oceanisehe" Flora von Sotzka D-eo-ebenen Charakteristik, wo es heisst : „ E i n i g e Verwandtschaft mit der Flora Neu-Hollands." 2. In der Schrift „Neu-Holland in Europa" (Wien, 1861. B.W. Braumüller.) gibt Herr Prof. Unger auf Seite 10 — 12 eine Charakteristik der Eocenfl ora, welche von der in seiner oben citirten Abhandlung enthaltenen wesentlich abweicht, da derselben ganz andere Bestim- mungen der Fossilreste zu Grunde liegen. Von Myriceen, Comptonien, Quercus, Carpinus, Ulmus, Platanus, Populus, Vaccinium, Rhododendron, Acer, Juglans, Pyrus, Prunus, Amygdalus u.a. Geschlechtern, welchen Unger die Mehrzahl der Fossilien von Sotzka einge- reiht hat. ist hier keine Eede mehr; dafür werden aber die durch meine (oben citirten) Abhandlungen für die Flora der Vorwelt festgestellten Geschlechter Banksia, Dryandra, Hakea, Grevillea, Persoonia u. a. Proteaceen, ferner die Santalaceen, insbesondere Leptomeria, die Monimiaceen, die phyllodientragenden Acacien, Euca- lyptus u. a. als die Eocenflora charakterisirend hervor- gehoben und sogar die Casuarinen zugestanden. Nach allen dem musste Prof. Unger zu dem schon in meiner Abhandlung über die Proteaceen der Yorwelt ausge- sprochenen Schlüsse kommen, dass Europa zur Eocen- zeit ein Klima dem gegenwärtigen von Neu-Holland ähnlich gehabt habe. Prof. Unger weiset zur Unterstützung seiner Pri- oritätsansprüche (S. 30) auf einen im Jahre 1849 vor Wissenschaftsfreunden in Gratz gehaltenen Vortrag hin, von welchem die Literatur nichts zu Gesichte bekam. Es berichtet uns darüber nur eine kurze Notiz in Un- ger's „Fossile Flora von Sotzka" 1. c. S. 132, dass die in diesem Vortrage ausgesprochene Ansicht von der in genannter Abhandlung dargelegten im wesentlichen nicht abwich. Prof. Unger war also damals mindestens ebenso weit davon entfernt, den Charakter der Sotzka- Flora als „neuhoHändisch" zu bezeichnen, wie dies auch aus den ersten Bestimmungen der Pflanzen-Fos- silien von Sotzka, welche Unger in sein Werk „Genera et species plantarum fossilium" aufgenommen, deutlich genug ersichtlich ist. (Vergl. Anmcrk. 5.) E ttingshaus en. Neuhol]. Char. d. Eocenflora Europa's. u Anmerkungen. 1 ) Die erste Veröffentlichung meiner Entdeckung ist allenthalben nicht ohne Bedenken und Zweifel aufgenommen worden. Erst im .Janner 1852 habe ich erfahren, dass auch Leopold Ton Buch das Vorkommen neuhol- ländischer Pflanzenformen unter den aus der Tertiärperiode stammenden Fossilresten bezweifle. Als ich hierauf dem grossen Geologen, welcher sich bekanntlich in letzterer Zeit für die Interpretation der Tertiärpflanzen lebhaft interessirte, diese Entdeckung ausführlich auseinandersetzte und meiner Mittheilung eine Sendung der am meisten charakteristischen Eocen- pflanzen beifügte, erhielt ich ein Schreiben aus welchem ich die betref- fenden Stollen heraushebe: „Berlin. 26. Januar 1852. Hochgeehrter Herr! Erseh rocken und höchst bestürzt sehe ich Ihre gütige Sendung auf meinen Tischen ausge- breitet. Es ist zuverlässig sehr edel auf diese Weise seinen Zorn zu äussern, über eine Ihnen mitgetheilte Stelle in einem Briefe an unseren Fürst Haidinger." „Doch zuIhrerSendung zurück. Gewiss waren Banksia und Oasuarina ganz Gestalten, welche besonders auffallen mussten, sobald ein scharfer Beobachter sie an des Geistes Licht gebracht hatte. Banksia ist ein ausge- zeichneter Saumläufer. Die Nerven dieser Abtheilung sind stets mehr zu- sammengedrängt, fein und am Rande verloren. So sind auch die Sotzka- Blätter. Dass aber die ausgezeichnetere Unterseite stets im Gestein fest- sitzt, ist eine "Widerwärtigkeit. Allein in grosses Erstaunen muss Dryandra setzen; eine so ausgezeichnete Blattform und darauf eine so sonderbare und überall so gleiche Nervation. Es wäre zu wünschen andere Nerven- verlaufe gehen uns gleiche Bestimmtheit. Wirklich verzweifle ich nicht daran." 2 ) Über die Untersuchungen, welche ich im Sommer 1850 zu Sotzka in l'ntersteiermark und zu Häring in Tirol, den reichsten Fundorten von Pflanzenfossilien der Eocenformation , angestellt, habe ich zur Wahrung meiner Priorität der k. k. geologischen Reichsanstalt besondere Berichte 35 eingesendet. (Siehe Jahrbuch der k. k. geologischen Reichsanstalt, Bd. I, 8. 552 und S. 557.) 3 ) Auf Seite 713 dieser Abhandlung iProteaceen der Vorwelt. Sitzungsb. der kais. Akademie der Wissenschaften, mathem.-naturw. Ciasse, Band VII) heisst es: „Die Proteaceen gehören zu denjenigen Pflanzenfossilien, welche sich in den vorweltlichen Floren durch einen auffallenden Indivi- duenreichthum einzelner oder mehrerer Arten auszeichnen. Insbesondere gilt dies für die der Eocenzeit eigenthümlichen Proteaceen. Nach umfas- senden Beobachtungen über das Vorkommen dieser Arten an ihren Lager- stätten muss die Banksia /ougifolia Ett. nicht nur als die am meisten ver- breitete, sondern auch als die an Individuen reichste Art betrachtet werden. Für eben diese Proteacee aber kann, obgleich nur die Blätter derselben aus der Vorzeit sich erhalten haben, mit der grössten Genauigkeit die in der Jetztwelt völlig isomorphe Species angegeben werden, nämlich die Banksia spinulosa B.Brown. Es wird daher besonders angezeigt sein, sowohl nach den Lebensbedingungen dieser Art, als nach ihrem Zusam- menvorkommen mit anderen Arten, nach dem Vegetationsbild ihres Ver- breitungsbezirkes zu forschen, um durch die Benützung der auf diesem Wege gewonnenen Thatsachen unsere Kenntnisse über die Vegetation und die physikalischen Verhältnisse der Erdoberfläche zur damaligen Zeit in einer neuen Richtung zu erweitern. Die Banksia spinulosa ist eine von jenen Banksien, welche nur strauchartig vorkommen und eine besondere Neigung zu dem geselligen Wachsthum zeigen. Sie ist nur in den östlichen Küstengegenden Neu -Hollands verbreitet und wächst auf ausgedehnten dürren Haiden. Als eine Haupt-Localität ihres Vorkommens kann die Umgebung von Port Jackson bezeichnet werden. Als die steten Begleiter dieser Art, wenigstens in der genannten Gegend findet man aus der Familie der Proteaceen allein 43 Arten. Sehr bemerkenswerth nun ist . dass den- jenigen Localitäten von fossilen Floren, in welchen die Banksia longifolia so häufig vorkommt, zusammengenommen 35 Proteaceen-Ai ten eigenthüm- lich sind und somit jedenfalls mit dieser Art in Gesellschaft wuchsen." Weiter heisst es : „Diese grosse Ähnlichkeit in den Vegetationstypus Neu-Hollands mit dem des eocenen Europa's, welche durch die Untersuchung aller übrigen aus derselben Zeit stammenden Pflanzenreste immer mehr und mehr Belege findet, führt nothwendig zu dem Schlüsse, dass der Vegetation Eu ropa's und vielleicht auch der angrenzenden Gebiete Asi- ens und Afrika's zur Eocenperiode eine gleiche Beschaf- fenheit des Klima und an al oge Ver hältniss e der Erdober- fläche, wie selbe Neu-Holland gegenwärtig bietet, zu Grunde lagen." - 1 ) Im allgemeinen Theile dieser Abhandlung (Tertiär- Flora von Häring, Ab- handl. der k. k. geologischen Reichsanstalt, Bd. II) heisst es auf S. 98 : „Der 3* S6 Charakter der verweltlichen Vegetation von Häring stimmt am meisten mit dem der neuholländischen Vegetation überein. Die Proteaceen, Myrta- ceert und Leguminosen machen zusammengenommen den dritten Theil aller Gefässpflanzen dieser Flora aus." Im Weiteren ist zu lesen: „Die Bodcn- und klimatischen Verhältnisse des Festlandes, welches diese fossile Flora beherbergte, waren jenen des jetzigen i^eu-Hollands analog, also im Ganzen mehr trockene Hügel, Ebenen und sonnige felsige Orte als feuchte schattige Wälder, Flussgebiete und höhere Gebirge."' ') Die in Unger's „Genera et species plantarum fossilium" aufgenommenen Bestimmungen der Pflanzen-Fossilien von Sotzka sind: Bambusium sepultum Ung. Flabellaria major Ung. „ haeringiana U n g. Araucarites Slernbergii G ö p p. Podocaipus eocenica Ung. Myrica banhsiaefolia Ung. „ haeringiana Ung. „ acuminata U n g. „ Ojphir Ung. Quercuß Drymeja Ung. „ Lonchitis Ung. „ urophylla V ng. < 'arpinus maeroptera l n g. „ producta U n g. Ftcus degener U ng. „ Jynx Ung. „ Morloti Ung. Populus crenata Ung. Laarus primigenia Ung. „ Agathophyllum Ung. „ Labrusca Ung. l)(t]'hnogeneparadisiaca Ung. „ lanceolata Y ng. Emboihrites borealis \ ng. Dryandroides grandis U n ix- „ hakeaefolhts Ung. „ angustifolius U n g. Apocynophyllum lanceolatum U n g. JBumelia Oreadum U n g. Diospyros Mijosotis Y-ng. Vaecinium acheronticum Ung. Rhododendron Uraniae Ung. Samyda borealis Ung. Acer solzhiahum Ung. Malpighiastrum byrsonimaefolium Ung. Malpighiastrum lanceolatum Ung. Tetrapteris Harpyarum U n g. Iliraea llermis Ung. Celastrus elaenus Ung. „ dubius Ung. „ Persei U n g. Andromedae Ung. Evonymus Pythiae Ung. Hex sphenophylla Ung. Rhamnus Eridani Ung. Ceanothus zizyphoides Ung. „ lanceolatus U n g. Protamyris eocenica Ung. Getonia pelraeaeformis U n g. „ macroptera U n g. Melastomites P/ruidum Uns;. Eugenia Apollinis U n g. Pyrus minor Ung. Amygdalus Pereger Ung. Prunus juglandiformis U ng. Glycyrrhiza deperdita Ung. Palaeolobium sotzkianian Ung. ,, heterophyllum Ung. Sophora tomentosa Ung. Caesalpinia norica Ung. Acacia sotzkiana Ung. „ microphylla Ung. IL Die wichtigsten Repräsentanten und Analogien der Eocenflora Europa's im neuholländischen Floren- Reiche, nach der Nervation der Blätter charakterisirt. APETALAE. Monimiaceae. Doryphora Sassafras Endl. Fig. 1. Nervation netzläufig. Secundär- nerven unter Winkeln von 60 — 75° entspringend, mehrmals feiner als der Primärnerv, ästig. Tertiärnerven unter verschiedenen spitzen und stumpfen Winkeln abgehend, netzläufig. Blattnetz hervortretend, lockermaschig. Proteaceae. Synaphaea polymorpha R. Br. Fig. 5, und Synapliaea dilatata R. Br. Fig. 6, 32. Nerv, landläufig; die unteren Secundärnerven unter Winkeln von 5 — 15° entspringend, von einander entfernt. Tertiärnerven von beiden Seiten der Secundärnerven unter spitzen Winkeln abgehend, bogig und geschlängelt. Blattnetz hervortretend, regelmässig, rundmaschig. Conospermum longifolium Smith. Fig. 10. Nerv, unvollkommen spitzläufig. Primärnerv sehr stark. Die untersten Secundärnerven unter Winkeln von 15 — 20<>, die übrigen unter 35 — 45° entspringend, hervor- tretend, geschlängelt, ziemlich genähert. Tertiärnerven von der Aussenseite der Secundärnerven unter stumpfen , von der Innenseite unter spitzen Winkeln entspringend, längsläufig. Netz wenigmaschig. Persoonia rnollis R. Br. Fig. 9. Nerv, schlingläufig. Secundärnerven unter Winkeln von 25 — 35° entspringend, dünn; Schlingenscgmente rhoni- boidisch; Schiingenbugen dem Blattrande genähert. Tertiärnerven von der Aussenseite der Secundärnerven unter stumpfen, von der Innenseite unter spitzen Winkeln entspringend, längsläufig. Netz spärlich entwickelt. 38 Persoonia daphnoides Preiss. Fig. 12. Nerv, netzläufig. Secundär- nerven unter verschiedenen spitzen Winkeln abgehend, geschlängelt, ästig. Tertiärnerven wie bei voriger Art. Anadenia illicifoUa K. Br. Fig. 2. Nerv, einfach randläufig. Primär- nerv bis zur Blattspitze stark hervortretend. Secundärnerven unter Winkeln von 45 — 55° entspringend, gerade, jederseits nur 2 — 3, von einander entfernt. Tertiärnerven von beiden Seiten der Secundärnerven unter spitzen Winkeln abgehend. Netz spärlich ausgebildet. Via. 1. Vis. 3. Anadenia illicifoUa. Fi e. 4. Dorypltora Sassa fra s . ßauksia integrifolia. Maba obovata. Grecillea longifolia R. Br. Fig. 11. Nerv, combinirt-randläufig. Secundärnerven unter Winkeln von 45 — 60° entspringend, meist etwas geschlängelt, dünn, ziemlich genähert. Tertiärnerven wenigstens von der Aussenseite der Secundärnerven unter spitzen Winkeln entspringend, nur unbedeutend feiner als die Secundärnerven, in ein kaum hervortretendes lockermaschiges Netz übergehend. Knightia excelsa R. Br. Fig. 15. Nerv, combinirt-randläufig. Primär- nerv mächtig; Secundärnerven unter Winkeln von 60 — 70° entspringend, 39 dünn, ästig, nicht genähert. Tertiärnerven fein, in ein zierliches klein- maschiges Netz übergehend. Telopea speciosissima Et. Br. Fig. 7. Nerv, combinirt-randläufig. Primärnerv stark, mehr oder weniger hin- und hergebogen. Die mittleren Secundärnerven Unter Winkeln von 45 — 55° entspringend, von einander entfernt stehend. Tertiärnerven hervortretend, von beiden Seiten der Secun- därnerven unter nahezu 90° entspringend in das grossmaschige Blattnetz übergehend. Fi s. 6. Fi°\ 5. Üynapkaea dilatata. Lomatia longifolia R. Br. Fig. 8. Nerv, combinirt-randläufig. Die mittleren Secundärnerven unter Winkeln von 30 — 45° entspringend, fein, gabelspaltig, ziemlieh genähert. Tertiärnerven von beiden Seiten der Secun- därnerven unter wenig spitzen Winkeln entspringend, netzläufig. Banksia integrifolia Cav. Fig. 3 und 33. Nerv, netzläufig. Primärnerv gerade, vielmals stärker als die Secundärnerven. Diese unter Winkeln von 75 — 90° entspringend, fein, sehr genähert, fast gerade oder nur wenig bogig gekrümmt, gabelspaltig. Tertiärnerven sehr fein und kurz, netzläufig. Banksia spinulosa R. Br. Fig. 25, 26. Nerv, randläufig. Primärnerv gerade, Ins zur Blattspitze scharf hervortretend. Secundärnerven unter Winkeln von 70 — 85° entspringend, sehr fein, kurz, geschlängelt oder hin- und hergebogen, einander sehr genähert. Tertiärnerven verhältniss- mässig spärlich entwickelt, netzläufig. Banksia littoralis R. Br. Fig. 29; B. attenuata K. Br. Fig. 28; B. collinaR. Br. Fig. 17, 18 und 34; B. Cunninghami R. Br. Fig. 19. \erv. randläufig. Primärnerv stark hervortretend, gerade. Secundärnerven 40 unter Winkeln von 70 — 85° entspringend , fein, geschlängelt, einander sehr genähert. Tertiärnerven zahlreich, netzläufig. Fig. 7. Fig. 8. Fi?. 9. Fi?. 10. Telopaea speciosissima. Loiuotia longi- folia. (Jonospermv/m longifolium. Banksia aetnula R. Br. Fig. 13; Banhsia serrata R. Br. Fig. 16. Nerv, combinirt-randläufig. Primärnerv mächtig, gerade, an der Blattspitze 41 nur unbedeutend verschmälert, hervortretend. Secundärnerven unter "Win- keln von 60 — 85° entspringend, fein, sehr genähert, die den Spitzen der Zähne zulaufenden fast geradlinig, die "übrigen mehr oder wenig bogig Fig. 11. Fig. 12. Fig. 13. Grevillea loiigi folia. Jfersooniä daphnoides. Fig. 14. Banksia aemula. Banksia speciosa. 42 gekrümmt; die den Zahnbuchten zulaufenden in zwei saumJäufige Aste gespalten. Tertiärnerven zahlreich, fein, sehr kurz, netzläufig. Fig. 15. Knightia ''<'celsa. Fig. 16. Hanksia serrata. Banksia coccinea R. Br. Fig. 21. Nerv, randläufig. Primärnerv mächtig hervortretend, gegen die Spitze zu nur wenig verschmälert. Secun- därnerven stark, unter Winkeln von 75 — 90° entspringend, ein wenig bogig gekrümmt, gegen den Blattrand zu meist geschlängelt. Tertiärnerven von beiden Seiten der Secundärnerven unter verschiedenen spitzen und stumpfen Winkeln abgehend, in ein reichmaschiges hervortretendes Netz übergehend. 43 Banksia speciosa R. Br. Fig. 14. Nerv, combinirt- randläufig. Pri- märnerv mächtig, gerade, gegen die Spitze zu nur unbedeutend verschmälert ; Secundärnerven unter Winkeln von 70 — 90° entspringend, fein, sehr genähert, gerade oder schwach bogig gekrümmt, je 6 — 8 gegen die Lappenspitzen zu convergirend. Tertiärnerven zahlreich , fein, sehr kurz, netzläufig-. Fisr. 17. Fig. 20. Fig. 18. Fig. 1 9. Banksia col/ina. B. Cuiminghami. Hakea ceratophyUa. Dryandra formosa 1!. Br. Fig. 2 7. Nerv, combinirt-randläufig. Pri- märnerv stark, hervortretend, gerade. Secundärnerven unter Winkeln von 70 — 90° entspringend, sehr fein und genähert, die obersten in jedem Blatt- lappen fast gerade, randläufig, die übrigen 2 — 3 gegen die Spitze des Lappens zu convergirend. Tertiärnerven zahlreich, sehr fein und kurz, netzläufis:. GAMOPETALAE. Oleaceae. Noteiaea reticulata Vent. Fig. 37. Nerv, schlingläufig. Primärnerv ansehnlich stark, gerade. Secundärnerven unter verschiedenen spitzen Winkeln entspringend, bogig gekrümmt, und schlängelig, ziemlich genähert. Schiingensegmente ungleichförmig. Tertiärnerven zahlreich , meist unter spitzen Winkeln entspringend, nur unbedeutend feiner als die Secundär- nerven, in ein grossmaschiges hervortretendes Netz übergehend. 44 Noteiaea longifolia R. Br. Fig. 86. Nerv, schlingläufig. Primärnerv bis zur Blattmitte stark, hervortretend, gerade. Die untersten Secundär- nerven unter Winkeln von 30 — 40°, die mittleren und oberen unter 60 bis 70° entspringend, bogig gekrümmt und schlängelig, verhältnissmässig entfernter von einander gestellt. (Distanz '/ s — '/-.) Schiingensegmente fast gleichförmig. Tertiärnerven zahlreich, meist unter spitzen Winkeln ab- gehend, nur unbedeutend feiner als die Secundärnerven, in ein ziemlich engmaschiges Netz übergehend. Fig. 21. Fig. 22. Banksia coccinea. Callicoma serratifolia. Noteiaea ovata R. Br. Fig. 45. Nerv, schlingläufig. Primärnerv bis über die Blattmitte hinaus hervortretend, gerade. Secundärnerven unter verschiedenen spitzen Winkeln entspringend, bogig gekrümmt und schlän- gelig, von einander ziemlich entfernt. (Distanz i / 6 — 1/ 5 .) Schiingenseg- mente ungleichförmig. Tertiärnerven zahlreich, von der Aussenseite der Secundärnerven unter spitzen, von der Innenseite derselben unter stumpfen Winkeln abgehend. Apocynaceae. Alyxia sjncatali.Br. Fig. 44. Nerv, schlingläufig. Secundärnerven unter Winkeln von 70 — 80° entspringend, fein, genähert, etwas geschlängelt. Schiingensegmente sehr schmal, ungleichförmig, durch den randständigen 45 Fig. 23. Fig. 24 Fie. 25. Fig. 27. Ceratopetalum gummiferum. Oirqüiui. australis. 46 Schlingenbogen abgeschnittemstumpf. Tertiärnerven von beiden Seiten der Secundärnerven unter verschiedenen stumpfen und spitzen Winkeln abge> hend. Netzmaschen querlänglich. Fig. 32. Fig. 33. Fig. 34. ßanksia integrifolia. Synaphaea dilatata. D ,.- " r B. collina. Pynopogon daphnoides {Alyxia daphnoides A. Cunn.) Fig. 23. Nerv, bogenläufig. Secundärnerven am Ursprünge divergirend, im weiteren Verlaufe mit dem Primärnerv Winkeln von 40 — 45° bildend, ziemlich fein, genähert, meist gegen den Rand zu ästig, Tertiärnerven spärlich entwickelt. von beiden Seiten der Secundärnerven unter auffallend spitzen Winkeln entspringend. Verbenaceae. Premna cor data R. Br. Fig. 35. Nerv, strahlläufig. Basalnerven 4 bis 5. Secundärnerven unter Winkeln von 60 — 70° entspringend, stark, bogig gekrümmt, von einander entfernt, die unteren sowie die seitlichen ! Basalnerven 2 — 4 Aussennerven entsendend. Tertiärnerven von der Aus- senseite der Secundärnerven unter spitzen, von der Innenseite unter stumpfen Winkeln abgehend, verbindend. Quaternäre Nerven spärlich, von den Tertiärnerven undeutlich geschieden. Quinternärnetz äusserst fein, rundmaschig, dem freien Auge nicht wahrnehmbar. Fig. 36. Fig. 35. Premna cordata. 'Noteiaea loncjij'i.ii ' id ■ Premna orafa R. B r. Fig. 40. Nerv, strahlläufig. Basalnerven 3, die seitliehen unter Winkeln von 60 — 70° entspringend, ästig oder mit einigen hervortretenden Aussennerven versehen. Secundärnerven unter Winkeln von 55 — 65° abgehend, ziemlich entfernt von einander, wenig bogig, schlän- gelig, gabelspaltig, die unteren oft einige Aussennerven entsendend. Ter- tiärnerven spärlich, geschlängelt, von der Aussf'nseite der Secundärnerven unter spitzen , von der Innenseite unter stumpfen Winkeln entspringend. 48 Quaternäre Nerven wenig, quinternäre reichlich entwickelt, ein sehr feines engmaschiges Netz bildend. Fie. 3; Fie. 38. Fig. 39. Tecoma australis. Fie. 40. Noteiaea reticulata. l'remaa ovata. Premna obtusifolia E. Br. Fig. 41. Nerv, bogenläufig. Primärnerv an der Basis mächtig, gegen die Spitze zu schnell verfeinert, unter der- 49 selben meist hin- und hergebogen. Secundärnerven unter Winkeln von 70 bis 85° entspringend, von einander entfernt, ansehnlich, gegen den Rand zu ein wenig geschlängelt. Tertiärnerven von der Aussenseite der Secun- därnerven unter wenig spitzen, von der Innenseite unter wenig stumpfen Winkeln abgehend, verbindend und netzläufig. Fig. 41. l'remna obtusifolia. Premna arborescens R. Br. Fig. 43. Nerv, randläufig. Die untersten Secundärnerven unter Winkeln von 70 — 85°, die übrigen unter 60 — 70° abgehend, bogig gekrümmt, von einander entfernt, stark, gabelspaltig oder einige Aussennerven absendend. Tertiärnerven von beiden Seiten der Secundärnerven unter nahezu 90° entspringend, verbindend und netzläufig. Bignoniaceae. Tecoma australis R. Br. Fig. 38, 39. Nerv, schlingläufig. Secundär- nerven unter Winkeln von 65 — 70° entspringend, auffallend schlängelig oder hin- und hergebogen. Schiingensegmente ungleich , nach aussen abge- rundet-stumpf. Tertiärnerven spärlich, unter wenig spitzen Winkeln ab- gehend, netzläufig. K 1 1 iugshausen. Neuholl. Char. d. Eocenflora 'Europa's. , 50 Myrsineae. Myrsine variabilis R. Br. Fig. 46. Nerv, schlingläufig. Primärnerv mächtig, gegen is zur Dünne der Secundärnerven verfeinert. Diese entspringen in der Blatt- mitte unter Winkeln von 65 — 75°, die untersten unter spitzeren, die ober- 51 sten unter stumpferen Winkeln. Schiingensegmente so lang als breit, gegen den Rand zu abgerundet-stumpf. Tertiärnerven zahlreich, kurz, in ein aus querovalen Maschen gebildetes Netz übergehend. Fig. 44. Fig. 45. Fi?. 46. Myrsine variabilis. Noteiaea ovata. Alyxia spicata. Maba humüis R. Br. Fig. 53. Nerv, schlingläufig. Die mittleren Secundärnerven unter "Winkeln von 65 — 80°, die untersten unter 25 — 35°, die obersten unter nahe 90° entspringend, alle schlängelig oder hin- und hergebogen, von einander ziemlich entfernt; Schliugensegmente so lang als breit oder nur unbedeutend länger, abgerundet-stumpf. Tertiärnerven von der Aussenseite der Secundärnerven vorherrschend unter spitzen, von der Innenseite meist unter stumpfen Winkeln abgehend, reichlich entwickelt, in ein aus quer-länglichen Maschen zusammengesetztes Netz übergehend. Maba obovata R. B r. Fig. 4, 24, 51. Nerv, netzläufig. Secundär- nerven unter Winkeln von 30 — 50° entspringend, einander ziemlich genähert, oft ein wenig divergirend. Tertiärnerven von der Aussenseite der Secundärnerven vorherrschend unter spitzen, von der Innenseite unter ver- schiedenen spitzen und stumpfen Winkeln entspringend, in ein spärlich entwickeltes Netz übergehend. DIALYPETALAE. Ampelideae. Cissus pentaphylla Willd. Fig. 52, 55. Nerv, schlingläufig. Secun- därnerven unter Winkeln von 6 5 — 7 5° entspringend, ein wenig- geschlängelt, nicht genähert. Schliugensegmente ungleichförmig, nur unbedeutend länger 52 als breit. Schlingenbogen viele Aussenschlingen entsendend. Tertiärnerven von der Aussenseite der Secundärnerven unter spitzen, von der Innenseite unter stumpfen Winkeln abgehend, netzläufig. Fiff. 47. Fi er. 4«. Thomasia solanacea. Fiff. 40. Thomasia quercifolia. Achras australis. Saxifragaceae. Ceratopetalum gummiferum .Smith. Fig. 80, 60, 64, 65. (Theil- blättchen.) Nerv, schlingläufig. Secundärnerven unter Winkeln von 55 — 65° entspringend, ein wenig schlängelig, ziemlich genähert. Schiingensegmente ungleichförmig, nur unbedeutend länger als breit. Seblingenbogen zahl- reiche Aussenschlingen entsendend. Tertiärnerven von beiden Seiten der Secundärnerven unter 90° oder wenig spitzen Winkeln abgehend, fast von der Stärke der Secundärnerven netzläufig. Blattnetz scharf hervortretend. 53 Weinmannia fuchsiöides A. Cunn. Fig. 42. (Ganzes Blatt.) Nerv. combinirt-randläufig. Secundärnerven unter Winkeln von 70 — 80° ent- springend, sehlängelig , fein, gabelspaltig. Tertiärnerven von der Aussen- seite der Secundärnerven unter spitzen, von der Innenseite unter stumpfen "Winkeln abgehend, netzläufig. Blattnetz wenig entwickelt. Callicoma serratifolia Andr. Fig. 22, 61, G2. (Ganzes Blatt.) Nerv, einfach-randläufig. Secundärnerven unter Winkeln von 50 — 65° entspringend, fast geradlinig oder nur wenig bogig gekrümmt', ziemlich stark, genähert. Tertiärnerven von beiden Seiten der Secundärnerven unter 90° abgehend, mehrmals feiner als die Secundärnerven, netzläufig und verbindend. Anonaceae. Ewpomacia laurina R. Br. Fig. 7 7. Nerv, schlingläufig. Secundär- nerven unter Winkeln von 70 — 80° entspringend, sehlängelig, hervor- tretend. Schiingensegmente ungleichförmig. Aussenschlingen ansehnlich. Tertiärnerven zahlreich, von der Aussenseite der Secundärnerven unter spitzen, von der Innenseite derselben unter stumpfen Winkeln entspringend, verbindend und netzläufig. Bombaceae. Sterculia diversifolia G. Don. Fig. 63, 69, 71. (Ganzes Blatt.) Nerv. strahlläufig. Ger mittlere Primärnerv scharf hervortretend, noch unter der Spitze des Blattes stärker als die Secundärnerven. Die beiden seitlichen Primärnerven ihrer Stärke und Länge nach sehr veränderlich. Secundär- nerven unter Winkeln von 50 — 65° entspringend, schlingenbildend. Ter- tiärnerven zahlreich, unter verschiedenen spitzen und stumpfen Winkeln entspringend, in ein hervortretendes Blattnetz übergehend. Tiliaceae. Elaeocarpus cyaneus Sims. Fig. 87. Nerv, schlingläufig. Secundär- nerven unter Winkeln von 60 — 70° entspringend, bogig gekrümmt und etwas sehlängelig. Schiingensegmente gleichförmig, gegen den Rand zu abgerundet, die mittleren 1 — 2 mal so lang als breit. Tertiärnerven von der Aussenseite der Secundärnerven unter spitzen , von der Innenseite unter stumpfen Winkeln abgehend, netzläufig und verbindend. Büttneriaceae. Thomasia solanacea Gay. Fig. 47. Th. quercifolia Jacq. Fig. 49. Nerv, strahlläufig. Basalnerven 3 — 5 ; der mittlere fast bis zur Spitze stärker als die seitliehen. Secundärnerven unter Winkeln von 50 — 65° entspringend, randläufig, von einander beträchtlich entfernt. Tertiärnerven spärlich, unter wenig spitzen Winkeln abgehend. 54 Fig. 50. Fisr. 51. Fig. 52. Caelebogyne sp. Fig. 53. Maba humilis. Maba obovata. Fig. 54. Dodonaea sp. Meliaceae. C'issus penlaphylla. Fio-. 55. Cissus pentaphylla. Trichilia australis Hb. Mus. Vinci. Fig. 81, 82. (Blättchen.) Trichilia ylandulosa De Cand. Fig. 89. (Blättchen.) Nerv, schlingläufig. Secundärnerven unter Winkeln von 55 — 65° entspringend, hervortretendj 55 ziemlich entfernt, bis zu den Schlingenästen geradlinig. Schiingensegmente abgerundet stumpf, etwas länger als breit. Schlingenbogen vom Rande Fig. 56. Fig. 57. Fig. 58. Fig. 59. Baeckhousia myrtifol/a. Fig. 60. - - ■• \ ■NHL .IIP» MB Ml »im mWi Cilriobatus pauciflorus. Fig. 61. (Jhoräaeua Fig. 62. Ceratopetalum Callieoma serratifolia. (Jallicoma gummiferum. serratifolia. entfernt. Tertiärnerven fein, spärlich entwickelt, von der Aussenseite der Secundärnerven unter spitzen Winkeln abgehend, netzläufig. 56 Sapindaceae. Dodonaea salicifolia De Cand. Fig. 76; Dodonaea sp. Fig. 54. (Blätter.) Nerv, schlingläufig. Seeundärnerven unter Winkeln von 50 — 75° entspringend, mehrmals feiner als der Primärnerv, einander genähert. Schiingensegmente ziemlich gleichförmig, rhomboidisch. Tertiärnerven fein, spärlich, netzläufig. Fio-. 63. Sterculia diversifolia. C'eratopetaLum gummiferum. Fig. 65. G. gummiferum. Fig. 66. Fi?. 67. Celastrus ramulosus. Fig. 68. Elaeodendron austräte. Thouinia australis A. Rieh. Fig. 78.) (Ganzes Blatt.) Fig. 80. (Theilblättchen.) Nerv, netzläufig. Seeundärnerven unter "Winkeln von 65 — 80° entspringend, fein, einander genähert, schlängelig. Tertiärnerven zahlreich, fein, von der Aussenseite der Seeundärnerven unter spitzen, von der Innenseite derselben vorherrschend unter stumpfen Winkeln abgehend, netzläufig, ein engmaschiges wenig hervortretendes Netz bildend. 57 Cupania pseudorhus A. Rieh. Fig. 79. (Ganzes Blatt.) Nerv, rand- läufig. Secundärnerven unter Winkeln von 50 — 70o entspringend, bogig Fig. 69. Sterculia diversifolia. und schlängelig, einander nur wenig genähert. Tertiärnerven von beiden Seiten der Secundärnerven unter 90<> entspringend, vorherrschend netz- läufig. Blattnetz hervortretend, aus rundlichen Maschen zusammengesetzt. 58 Pittosporeae. Citriobatus pauciflorus A. Cunn. Fig. 57, 58. (Blätter.) Nerv. netzläufig. Primärnerv fein, nicht hervortretend, unter der Blattspitze oft Fig. 70. Fig. 71. Pittosporum undulatum. Sterculia diversifolia. verschwindend. Secundärnerven unter Winkeln von 40 — 50° entspringend, sehr fein, von einander verhältnissmässig entfernt. Tertiärnerven sehr spär- lich entwickelt, netzläufig. Pittosporum undulatum Vent. Fig. 70, 74, 75. Nerv, schlingläufig. Secundärnerven unter Winkeln von 50 — 60° entspringend, bogig, 59 geschlängelt, mehrmals feiner als der Primärnerv, einander ziemlich genähert. Schiingensegmente ungleichförmig, länglich, abgerundet-stumpf. Schlingenbogen vom Rande bis auf 2'" entfernt. Tertiärnerven zahlreich, nur unbedeutend feiner als die Secundärnerven, unter verschiedenen Win- keln entspringend, netzläufig. Netz sehr vollkommen entwickelt, aus zier- lichen im Umrisse rundlichen Maschen bestehend. Fig. 72. Fie. 73. Pomaderris ferruginea. Pittosporum revolalum. Pittosporum revolutum Dryand. Fig. 72. Nerv, schlingläufig. Secundärnerven unter "Winkeln von 60 — 70° entspringend , bogig, etwas geschlängelt, mehrmals feiner als der Primärnerv, einander nicht genähert. Schiingensegmente unregelmässig, abgerundet-stumpf. Schlingenbogen vom Rande bis auf 3'" entfernt. Tertiärnerven zahlreich, nur unbedeutend feiner als die Secundärnerven, von der Aussenseite derselben unter spitzen, von der Innenseite unter stumpfen Winkeln abgehend, netzläufig. Das sehr 60 vollkommen ausgebildete Blattnetz aus gedrängten scharf hervortretenden, im Umrisse ovalen Maschen zusammengesetzt. Fig. 74. Fig. 75. Pittosporum unduiatu m. Pittosporu in v ii d ulatu m . Pittosporum densiflorum Putter. Fig. 83. Nerv, netzläufig. Secun- därnerven unter Winkeln von oß — 65° entspringend, einander ziem- 61 lieh genähert, bogig gekrümmt und schlängelig. Tertiärnerven fein, geschlängelt, von der Aussenseite der Secundärnerven unter spitzen, von der Innenseite unter stumpfen Winkeln abgehend. Blattnetz sehr fein- maschig. Maschen quer-elliptisch. Fig. 76. Fig. 77. Dodonaea salicifolia. Eupomacia laurina. Celastrineae. Celastrus ramulosus Cunn. Fig. 66, 67. Nerv, netzläufig. Primär- nerv nur an der Basis hervortretend, im weiteren Verlaufe sehr fein, unter der Spitze nicht selten verschwindend. Secundärnerven unter Winkeln von 65 — 80° entspringend, sehr fein. Tertiärnerven sehr spärlich ent- wickelt, unter verschiedenen Winkeln abgehend. Netz unvollkommen aus- gebildet. Elaeodendron austräte Vent. Fig. 68. Nerv, netzläufig. Primärnerv über die Blattmitte hinaus noch stark hervortretend. Secundärnerven unter verschiedenen ziemlich spitzen Winkeln entspringend, gegen die Basis zu genähert. Tertiärnerven unter sehr verschiedenen spitzen und stumpfen 62 Fig. 78. Ttiouinia australis. Winkeln abgehend, netzläufig, in ein unregelmässig aus länglichen und polygonen Maschen zusammengesetztes Netz übergehend. 63 Rhamneae. Colubrina asiatica Reiss. Fig. 85. Nerv, unvollkommen str'ahlläüfig. Basalnerven 3 — 5, die seitlichen mit einigen hervortretenden bogig gekrümmten Aussennerven versehen. Secundärnerven unter "Winkeln von Fi